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GEMA und GVL töten Internetradios

GEMA GVL Vergütung

Zurzeit sind die Vergütungssätze die Webradios an die GEMA und GVL zahlen müssen fair und können auch von kleinen, nichtkommerziellen Sendern aufgebracht werden. Jetzt plant die GVL die Mindestvergütung ab April 2005 drastisch anzuheben und es gibt Anzeichen, dass auch die GEMA nachziehen wird.

Im Einzelfall kann das eine Erhöhung von 300 Prozent bedeuten. Kleine Sender die nichtmal 25 Zuhörer haben müssen dann 350 Euro im Monat für die Musikrechte zahlen.

Überleben der Internetradios in Deutschland fraglich.

(von Tiki - 16.12.2004) Das Internet hat vieles verändert. Radiomachen ist einfach geworden. Winamp und andere Internetradio Techniken erlauben es, ohne großen finanziellen Aufwand ein bürgernahes, interessantes Angebot zu senden. So kann man recht einfach von zuhause aus Internetradio machen. Dies führte in kurzer Zeit zur Gründung vieler kleiner, unabhängiger Webradios.

Viele der kleinen Sender leisten wirklich gute Arbeit: Programme für Senioren, Behinderte und Schüler gibt es. Spartenprogramme mit Jazz oder Weltmusik begeistern eine noch kleine Anzahl von Hörern mit Programmen, die das Dudelfunk-Mainstream-Radio nicht mehr sendet, weil tagtäglich die gleichen Hits rotieren.

Soweit die Theorie - jetzt kommen die Behörden und alles stirbt.

Die GVL plant ab April 2005 neue Tarife und Nutzungsbedingungen für Webradios einzuführen und nach ersten Ankündigungen wird auch die GEMA noch im selben Jahr nachziehen.

Diese Änderungen führen zu einer massiven Erhöhung der Kosten für die Webradios. Zahlte ein Sender bislang im Monat 26,75 € Vergütung an die GVL, so werden es ab April 2005 über 350 € pro Monat sein.

Die meisten der privaten Webradios möchten gerne freiwillig für ihr Hobby eine faire Abgabe an GEMA und GVL zahlen. Nach langen und zähen Verhandlungen wurde zwischen diesen beiden Institutionen und dem Radioring (ein Verbund von Internetradios) vor etwa zwei Jahren ein bezahlbarer Pauschalbetrag vereinbart. Die Welt schien in Ordnung.

Für 90 Prozent der vorhandenen (schätzungsweise über 15.000) Webradios würde dies das Ende bedeuten. Da diese Projekte werbefrei und ohne finanzielle Unterstützung arbeiten, werden sie diese Kosten nicht tragen können.

Die hohen Kosten sind aber nicht das einzige Problem, hinzu kommen deutlich verschärfte Nutzungsbedingungen.

So bezahlen Webradios nicht nur für das Senden von urheberrechtlich oder leistungsschutzrechtlich geschützter Musik, sondern sollen jetzt auch für das Speichern derselben auf dem PC zur Kasse gebeten werden. Zudem werden die Webradios verpflichtet das Aufzeichnen der Sendungen auf den PCs der Hörer zu verhindern.

Weitere Einschränkungen betreffen die Programmgestaltung und -ankündigung. Diese Einschränkungen machen es z. B. unmöglich sogenannte "Specials" über eine bestimmte Band zu senden, da nicht mehr als 3 Titel von einem Album, oder 4 Titel eines Künstlers oder einer Compilation von Musiktiteln, innerhalb von 3 Stunden gesendet werden dürfen.

Die Internetradios sollen den "schwarzen Peter" für die Fehler der Musikindustrie und Verwertungsgesellschaften in Bezug auf das illegale Kopieren von Musiktiteln im Internet erhalten.

Die Planungen haben zur Folge, dass die kleinen Sender aufgeben müssen oder "kriminalisiert" werden, wenn sie ohne Lizenzierung weitersenden. Es soll also eine vielfältige und lebendige Medienlandschaft zerschlagen werden, zugunsten großer kommerzieller Projekte, die der GVL satte Vergütungen liefern - ohne die Arbeit die viele kleine Stationen machen.

Internetradiosender in Deutschland sind durchaus bereit, ihren Anteil an der berechtigten Vergütung der Nutzung von Musiktiteln zu entrichten. Aber dieses muss in einer fairen und angemessenen Weise erfolgen. Ein nichtkommerzielles Programm, das gerade mal 25 Hörer im Schnitt versorgt, kann nicht mit Kosten von 350 Euro pro Monat belastet werden.

Die Folgen haben nicht nur die Sender zu tragen, auch Unternehmen im Bereich des Streamhostings, Webhostings, Tonstudios und Jingle-Produktionsfirmen sind betroffen wenn das Sendersterben einsetzt.

Daher wird über den Radioring derzeit eine breit angelegte Aktionswelle gegen dieses Vorhaben organisiert. Dabei stehen zwei Dinge im Vordergrund: Die Verhandlungsbereitschaft mit den Verwertungsgesellschaften um zusammen ein faires und sinnvolles Lizenzierungsmodell zu entwickeln und der Protest gegen die Planungen ein Medium das gerade erst den Kinderschuhen entsprungen ist, wieder einzudämmen. Geplant ist hierbei die Einbeziehung von Politik, Medien und der Öffentlichkeit.

Ich bitte alle dieses Thema in Publikationen, Sendungen und Diskussionen zu behandeln, um auch hier die Diskussion anzuregen und zu informieren.

Weitere Informationen und die Diskussion zu diesem wichtigen Thema für eine demokratische Mediennutzung findet man im Forum des Radiorings.

Für freie, unabhängige, bezahlbare Webradios!


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